Hefepilz

Cyniclomyces guttulatus  früher Saccharomyces Guttulatus gennant

 

Es gibt eine ganze zahl von verschiedenen Arten von Hefepilzen. Aber legendlich eine ist beim Chinchilla bisher nur bekannt gewesen es handelt sich hierbei um "Saccharomyces Guttulatus" (Diese Art tritt übrigens auch beim Meerschweinchen auf). Die Hefe Cyniclomyces guttulatus (Saccharomycopsis guttulata) wurde in einer Studie im Magen von Haus-und Wildschweinen Kaninchen, Meerschweinchen und Chinchillas gefunden. Die Darmmykose heißt heute Cyniclomyces guttulatus und nicht mehr (veraltet Saccharomyces oder Saccharomycopsis guttulatus) Spricht ein Tierarzt heute von einem Hefepilz Befund beim Chinchilla so handelt es sich zu 95% um ein Cyniclomyces guttulatus Befund.

 

Eine Infektion mit Hefepilzen kommt bei Chinchillas recht häufig vor. Futter so wie Heu welches falsch gelagert wurde oder Hefen die im Darm überlebt haben können die Ursache für solch eine Infektion sein. Da Chinchillas Ihren eigenen Kot fressen ( Blinddarmkot ) ist eine stetige Wiederaufnahme der Hefen während einer Behandlung immer wieder gewährleistet. Ein Teufelskreis den man nur mit einer richtigen Behandlung unterbrechen kann.

 

Hefepilzinfektionen beim Chinchilla ist die häufigste Ursache für Durchfall

 

Symptome der Hefepilze

Wiederholen sich Durchfälle, weicher Kot oder eine Verstopfung in Abständen von einigen Tagen ohne dass eine Futterveränderung voran gegangen ist, so kann man davon ausgehen das eine Hefeinfektion vorliegt. Das betroffene Chinchilla nimmt stetig an Gewicht ab, 1-3 Gramm und mehr sind keine Seltenheit. Eine wöchentliche Gewichtskontrolle ist absolut notwendig um Chinchilla Krankheiten rechtzeitig erkennen zu können! Lässt man das Tier unbehandelt, kommt es unwiderruflich zu schweren Darmschäden und Abmagerungen. Auch die Pilze selber können eine Stoffwechselveränderung hervorrufen und es kann zu Haut -und Fellschäden ( äüßerlicher Pilzbefall ) oder zu Mineralstoffmängeln beim Chinchilla führen.

 

Eine Kotuntersuchung sollte unbedingt vom Tierarzt durchgeführt werden denn nur so können Hefen oder andere Pilze im Darm festgestellt und genau bestimmt werden.

 

Hefepilz Behandlung

Das Präparat „Nystatin – Lederle“ welches aus der Humanmedezin stammt hat sich zur Behandlung von Hefen bestens bewährt. Es wird gerne freiwillig von den Chinchillas genommen da es sehr süß riecht und scheinbar sehr gut dem Chinchilla schmeckt. Das Medikament wird in einer Dosis von 0,6 - 0,9 ml/kg dreimal täglich oral eingegeben ( Dosierung aber immer aktuelle sich vom Tierarzt geben lassen ). Schon in den ersten Tagen während der Behandlung sterben die meisten Pilzzellen ab und es können nur noch sehr sehr wenige Hefe im Kot nachgewiesen bzw. gefunden werden. Trotzdem sollte nach einer Woche eine weitere Kotuntersuchung vorgenommen werden. Können keine Pilze mehr nachgewiesen werden, muss trotzdem mit der Behandlung weiter gemacht werden da noch einzelne Pilze überlebt haben können und diese sich rasch wieder vermehren können. Der Kreislauf könnte von vorne beginnen. Die Dosis kann allerdings, sobald keine Hefen mehr nachgewiesen worden sind, etwas reduziert werden und eine tägliche Eingabe kann auf zwei, statt wie vorher von drei, reduziert werden.

 

Heilungschancen

Die Heilungschancen sind gut sofern es noch nicht zu ernsthaften anderen Komplikationen gekommen ist.

 

Hefepilze oft als Sekundärerkrankung

Hefepilze sind oft eine sekundär Erkrankung von daher muss auch Untersucht werden warum diese aufgetreten sind. Sehr sehr oft sind Giardien oder Kokzidien beim Chinchilla die Ursache eines Hefepilzbefalls. Aber auch falsche Fütterung kann eine Hefepilz Erkrankung hervorrufen, ob man dan allerdings noch von einer sekundär Krankheit sprechen kann wissen wir nicht.  

 

Emfehlung!

Nachuntersuchung

Es empfiehlt sich eine mikroskopische Kontrolluntersuchung des Kotes erneut nach 6 Wochen machen zu lassen, um Rückschläge auszuschließen zu können. Den Cyniclomyces guttulatus ist ein äußerst hartnäckiger Hefepilz. Es reichen wenige von ihm aus um das Tier erneut massenhaft zu befallen!

 


Eigene Untersuchung

Hefepilze lassen sich schnell unter dem Mikroskop finden, es bedarf nur einer geringen Fingerfertigkeit. Professionelle Labor Untersuchungen kann man sich sparen wenn mein ein eigenes Mikroskop besitzt oder jemanden kennt der eins hat. Ab einer Vergrößerung von 400-fach kann man Hefepilze eindeutig erkennen.

Im Labor

Hier werden auf Parasiten, Bakterien und Nematoden sowie Pilze untersucht, desweiteren wird bei Befund direkt ein Antibiogramm erstellt. Die Kotprobenuntersuchung auf Hefen ist keine Standard Untersuchung, sondern eine individuell zusammengestellte Untersuchung. Da die Untersuchung umfassend Zusammengestellt werden kann kostet auch eine solche Untersuchung um die 80 €. Normale Kotuntersuchungen liegen zwischen 6-25 € je nach Untersuchungsmethode, hier wird aber nur einiges erkannt! Eine Standartkotuntersuchung ist nur auf Giardien. Bei einer Untersuchung auf Hefepilze muss dies dem Labor oder Tierarzt zuvor mitgeteilt werden.


 

Cyniclomyces guttulatus unter dem Mikroskop

Mikroskop Aufnahmen vom Hefepilz Cyniclomyces guttulatus

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